openness to experience
Video Installation:
Bewegung und Präsenz
6./2026
Offenheit für Erfahrungen beschreibt die Fähigkeit, sich auf neue Ideen, Wahrnehmungen und Erfahrungen einzulassen, ohne sie unmittelbar abzulehnen oder durch starre Interpretationen zu filtern. Sie unterstützt kognitive Flexibilität, Neugier und die Fähigkeit, innere Modelle der Realität zu überarbeiten, sobald neue Informationen verfügbar werden. Mit zunehmender Offenheit verlieren feste Annahmen an Dominanz und werden durch eine anpassungsfähigere Wahrnehmung von Erfahrung ersetzt. Das, was nicht mit den aktuellen Wahrnehmungsrahmen übereinstimmt, wird nach und nach weniger stark berücksichtigt. Was bleibt, ist ein präziseres und flexibleres Verständnis von Realität. In der heutigen Zeit gewinnt diese Fähigkeit besondere Bedeutung, da sich äußere Bedingungen mit hoher Geschwindigkeit verändern. Technologische, gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen führen dazu, dass stabile Orientierungsrahmen weniger verlässlich sind. Gleichzeitig nimmt die Menge an verfügbaren Informationen stetig zu, was die Fähigkeit erfordert, Inhalte nicht vorschnell zu bewerten, sondern differenziert einzuordnen. Viele aktuelle Herausforderungen sind zudem komplex und nicht mehr durch einfache, lineare Modelle erklärbar. Offenheit unterstützt die Fähigkeit, mehrere Perspektiven parallel zu berücksichtigen und flexibel zwischen ihnen zu wechseln. Damit wird Lernen zu einem kontinuierlichen Prozess. Anpassungsfähigkeit ersetzt dabei zunehmend die Stabilität fester Annahmen als zentrale Grundlage psychischer Orientierung.